Voraussetzungen für ein duales Studium

Wie bereits mehrfach erwähnt, benötigen dual Studierende eine sehr gute Selbstorganisation, Ehrgeiz und eine hohe Motivation. Dafür ist man dann nach Beendigung des dualen Studiums den Kollegen aus den klassischen Studiengängen mit folgenden Kompetenzen voraus: Berufserfahrung, Belastbarkeit, Leistungsfähigkeit und Organisationsfähigkeit. Dies ergab eine Umfrage des Bundesintitutes für Berufsbildung 2013 unter Unternehmern, die bereits dual Studierende ausgebildet haben. 

Weißt du genau, dass das duale Studium die perfekte Lösung ist? Oder bist du noch am Überlegen? Mach unseren kurzen Test! Solltest du danach noch Fragen haben, dann meld dich bei uns. Oft ist ein persönliches Gespräch hilfreich. Wir sind auch auf vielen Messen der Region anzutreffen. In unserem Veranstaltungskalender unter Aktuelles kannst du nachschauen wann wir wo zu finden sind.  

Mach den Test! Ist das duale Studium für dich eine Option?!

Folgende Eigenschaften identifizierten Thaler und Mörchel in ihrem 2016 erschienenen Ratgeber "Duales Studium - Der Wegbegleiter ins Berufsleben":

Bewerbungsablauf

Recherche

Bevor es überhaupt losgeht sollte man sich Gedanken machen, welche Art von Studium man machen möchte: eher ein Vollzeit-, ein Teilzeit- oder doch ein duales Studium? Fällt die Entscheidung für ein duales Studium dann ist vor dem Erstellen der Bewerbungsunterlagen eine grundsätzliche Recherche zum gewünschten dualen Studiengang und möglicher Praxispartner unabdingbar. Hier sollte sich auch schnell zeigen, ob man sich selbst eher in einem ausbildungs- oder praxisintegrierenden Studiengang sieht.

Praxispartner

Bevor man sich an einer Hochschule für ein duales Studium einschreiben kann, benötigt man ein  Unternehmen als Praxispartner. Nur mit einem Vertrag des Unternehmens kann man in der Regel in der Hochschule immatrikuliert werden. Hierfür sollte man sich rechtzeitig beim Wunschunternehmen bewerben – mindestens ein Jahr vor Beginn des Studiums.

Hat man sich für einen ausbildungsintegrierenden Studiengang entschieden, so muss eine Bewerbung ca. zwei Jahre vor Beginn des ersten Semesters erfolgen. Bei vielen dieser Studiengänge wird nämlich das erste Ausbildungsjahr vor dem Studienbeginn absolviert. Erst danach wird man an der Hochschule immatrikuliert.

Ein passendes Unternehmen zu finden ist oft eine Herausforderung. Man sollte sich bei der Suche nicht nur auf die großen Unternehmen konzentrieren, sondern auch kleinere oder regionale Betriebe in die Suche mit einbeziehen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten ein Praxisunternehmen zu finden. Die gängigsten Methoden sind Online-Stellenbörsen, Webseiten der Hochschulen und Messen. Interessiert man sich für ein bestimmtes Unternehmen und weiß nicht, ob diese generell Studienplätze anbieten, so lohnt sich ein Blick auf die Unternehmens-Homepage oder eine persönliche Anfrage.

Gerade kleine Unternehmen haben bisher wenig mit dualen Studiengängen zu tun gehabt. Hier eröffnet sich die Chance für Sie, als Studieninteressierte/r dem Unternehmen ein duales Studium vorzuschlagen. Sollten Sie und ein möglicher Praxispartner sich für eine erste Einführung eines solchen Studiums interessieren, dann helfen wir Ihnen gern dabei. Kommen Sie einfach auf uns zu. Wir beraten Sie gern ausführlich - und selbstverständlich kostenfrei.

Bewerbungsunterlagen

Da sich sehr viele Studieninteressierte für einen dualen Studienplatz bewerben, ist es wichtig, dass die eigenen Bewerbungsunterlagen ordentlich und fehlerfrei sind. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass sämtliche Informationen in den Sozialen Medien privat und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Das Anschreiben sollte auf die Stellenausschreibung angepasst sein und nicht den Eindruck einer Massenbewerbung erwecken.

Auswahl

Aufgrund der Vielzahl an Bewerbungen und der langen Beschäftigungsdauer eines Studierenden, nutzen große Unternehmen Onlinetests, Vorstellungsgespräche und auch mehrtägige Assessment Center, um den richtigen Studierenden für sich zu finden. Kleine und mittlere Firmen dagegen verlassen sich häufiger nur auf Telefoninterviews, Vorstellungsgespräche und kleinere Einstellungstests. Die meisten Unternehmen machen genaue Angaben zum Bewerbungsablauf und worauf sie in einer Bewerbung am ehesten achten. Diese Informationen findet man häufig auf den Firmenwebseiten. Hier lohnt sich eine sehr genaue Vorbereitung und Recherche.

Vertrag

Der Bildungsvertrag ist die Grundlage für die Praxisphasen im Unternehmen und wird zwischen den Studierenden und dem Unternehmen direkt abgeschlossen. Das Unternehmen hat dann noch einen Kooperationsvertrag mit der Hochschule. Die vertragliche Beziehung zwischen Studierenden und Hochschule wird über die Immatrikulation in der Hochschule abgedeckt. 

Die wesentlichen Inhalte des Bildungsvertrages sind folgende: 

  • Vertragsdauer
  • Probezeit
  • Kündigung
  • Pflichten der Studierenden
  • Pflichten des Unternehmens
  • Entgelt/Vergütung
  • Regelungen im Krankheitsfall
  • Urlaub
  • Arbeitszeit im Unternehmen

 

Ein Vertrag zwischen Unternehmen und Studierenden kann noch deutlich mehr Punkte enthalten. Ein Muster für den Bildungsvertrag zwischen Studierenden und Unternehmen ist in unserem Downloadbereich zu finden.

Eine Umfrage des Bundesintitutes für Berufsbildung (BIBB) unter Unternehmen, die bereits duale Studienplätze anbieten, ergab 2013, dass ca. die Hälfte der Firmen eine sogenannte Rückzahlungs- oder Bindungsklausel enthalten. Diese Klauseln sind rechtlich nicht unumstritten.

Immatrikulation

Hat man den Studienvertrag unterschrieben, folgt meist die Einschreibung an der Hochschule. Dabei ist es wichtig sich schon frühzeitig vor der Bewerbung beim Unternehmen über die Zulassungsvoraussetzungen der Hochschule zu informieren.

Hier gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. Teilweise haben die Unternehmen bereits einen Studienplatz reserviert, dann muss man der Hochschule nur noch die fehlenden Unterlagen zukommen lassen. Dies ist häufig bei ausbildungsintegrierenden Studiengängen der Fall.

Bei vielen Hochschulen muss man sich allerdings mit dem Vertrag bewerben und bekommt dann alle Unterlagen von der Hochschule. Bei zulassungsfreien Studiengängen stehen die Chancen den Studienplatz zu bekommen sehr gut. Schwieriger wird es bei zulassungsbeschränkten Studiengängen. Hier muss vor dem Bewerben beim Unternehmen gesichert sein, dass man die Zulassungsbeschränkungen auch schafft. Sollte die Bewerbung der Hochschule abgelehnt werden, obwohl man einen unterschriebenen Vertrag mit einem Praxisunternehmen hat, kann man trotzdem nicht bei der Hochschule immatrikuliert werden. Bei privaten Hochschulen oder Berufsakademien ist es üblich sich erst an der Hochschule zu bewerben und dann einen Praxispartner zu finden. Hier kann auch auf das große Netzwerk der Hochschule oder Berufsakademie zurückgegriffen werden.

Auslandsaufenthalte

Bei einem international agierendem oder einem Unternehmen mit Auslandsgesellschaften ist ein internationaler Einsatz eher möglich, als bei einem Unternehmen, welches keine internationalen Beziehungen hat. An dieser Stelle empfiehlt sich eine enge Zusammenarbeit zwischen der Hochschule mit ihren ausländischen Kontakten und dem entsendenden Unternehmen. Sowohl der oder die Studierende als auch das Unternehmen können von einem Auslandsaufenthalt profitieren.