Definition "Duales Studium"

Ähnlich einer dualen Berufsausbildung wird Theorie und Praxis an zwei Orten erlernt. Bei ausbildungsintegrierenden Studiengängen kommt zusätzlich noch die Berufsschule als dritter Lernort hinzu.

Dual Studierende haben die Möglichkeit in der Hochschule Gelerntes direkt in die Praxis umzusetzen. Ein Vorteil der nicht nur den Studierenden zu Gute kommt. Auch Unternehmen profitieren von einer engen Zusammenarbeit – die Studierenden bringen neue Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung in das Unternehmen ein. Allerdings wird der Begriff „Duales Studium“ im Moment noch sehr unterschiedlich gebraucht. Der Wissenschaftsrat gibt daher in seinem Positionspapier von 2013 eine Empfehlung für die Definition dualer Studiengänge.

Definition des Wissenschaftsrates

„Nach Auffassung des Wissenschaftsrats sind die Dualität als Verbindung und Abstimmung von mindestens zwei Lernorten sowie die Verfasstheit als wissenschaftliches bzw. wissenschaftsbezogenes Studium die konstituierenden Wesensmerkmale dieses Ausbildungsformates. Das gleichwertige Vorhandensein dieser beiden Charakteristika markiert den Gegenstandsbereich der Empfehlungen innerhalb der großen Vielfalt der Angebote an der Schnittstelle von beruflicher und akademischer Bildung.“

Kurz zusammengefasst bedeutet dies: Die mittels eines wissenschaftlichen Studiums erworbenen theoretischen Kenntnisse werden während der Praxisphasen angewendet und weiter vertieft. Dabei empfiehlt der Wissenschaftsrat mindestens ein Drittel der Studienzeit in den Unternehmen zu absolvieren.

Formen dualer Studiengänge

Laut der Empfehlung des Wissenschaftsrates, können duale Studiengänge in folgende Formen unterteilt werden: erstausbildende und weiterbildende duale Studiengänge. Siehe hierzu die Abbildung rechts.

Im Wesentlichen gibt es zwei Formen des dualen Studiums als Erstausbildung. Ausbildungsintegrierende  Studiengänge ermöglichen das Abschließen einer Ausbildung (IHK, HWK, Fachschule) im Unternehmen und den Erhalt eines akademischen Grades an einer Hochschule oder Berufsakademie. Praxisintegrierende Studiengänge verzahnen sehr eng die Praxis und die Theorie. Beendet wird das Studium mit einem akademischen Abschluss. Laut dem IAQ Report 2016 sind ca. 70% der dual Studierenden in einem praxisintegrierenden Studiengang eingeschrieben.

Erwähnt werden sollen an dieser Stelle noch die Formen der Weiterbildung, die in berufsintegrierende und praxisintegrierend duale Studiengänge unterteilt werden können. Die Agentur Duales Studium hat sich auf die duale Erstausbildung an Hochschulen und in Unternehmen spezialisiert, daher stehen auf unseren Seiten die praxis- und ausbildungsintegrierenden Studiengänge im Mittelpunkt.

Die Praxisphasen können bei beiden Formen entweder in der vorlesungsfreien Zeit oder im Wochenrhythmus absolviert werden. Hier hat jeder Studiengang und jede Hochschule eigene Vorgaben. Bei ausbildungsintegrierenden Studiengänge wird oft die Berufsausbildung ein Jahr vor dem Studium begonnen. Während des Studiums wird dann die Ausbildungsprüfung abgelegt.

BildungsabschnittStudienform
Erstausbildungmit Berufsausblidungausbildungsintegrierend (Bachelor)
mit Praxisanteilenpraxisintegrierend (Bachelor) gestalteter Ausbildungsanteil beim Praxispartner
Weiterbildungmit Berufstätigkeitberufsintegrierend (Master/Bachelor) mit gestalteten Bezugnahmen
mit Praxisanteilenpraxisintegrierend (Master/Bachelor)